0
Veröffentlicht 18. November 2015 von NeueInfo in Familie & Gesellschaft
 
 

Wie beantragt man eine Steueridentifikationsnummer fürs Kindergeld?

Ein Aufschrei und wilde Theorien in den sozialen Netzwerken rund um das Thema Steueridentifikationsnummer fürs Kindergeld. Erfahre was dahinter steckt!

Steueridentifikationsnummer-fürs-Kindergeld

Steueridentifikationsnummer fürs Kindergeld

Seit einigen Wochen geistern wilde Nachrichten und Horrormeldungen durch die sozialen Netzwerke. In WhatsApp-Gruppen und per Mundpropaganda hat sich die Neuigkeit ebenfalls schnell verbreitet. Die Informationen lauten meist, dass bis Ende 2015 bei der Familienkasse die Steueridentifikationsnummer fürs Kindergeld unaufgefordert eingereicht werden musste, anderenfalls werde das Kindergeld ab Januar 2016 gestrichen und auch nicht rückwirkend bezahlt.

In diesem Artikel erfährst Du:

  • Wann man die Steueridentifikationsnummer von sich selbst herausfindet
  • Wie man die Steueridentifikationsnummer vom Kind herausfindet
  • Wie man die Steueridentifikationsnummer erneut beantragen kann
  • Wann man die Steueridentifikationsnummer übermitteln muss
  • Ob man nachträglich das Kinderkind beziehen kann
  • Warum man die Steueridentifikationsnummer fürs Kindergeld plötzlich sehen will

Wer es nicht mitbekommen habe, hat „Pech gehabt“, daher solle man die Nachricht möglichst schnell an viele Leute weitergeben. Was ist dran an den Gerüchten? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und liefern Euch alle Fakten, die ihr tatsächlich dazu wissen solltet. Eines vorweg: Für ehrliche Kindergeldbezieher ist zwar gegebenenfalls Handlungsbedarf da, es besteht jedoch weder Eile noch Grund zur Panik.

Das neue IdNr-Kontrollverfahren fürs Kindergeld

Tatsächlich sind ab dem 01.01.2016 sowohl die steuerliche Identifikationsnummer (IdNr) des Kindergeldbeziehers als auch die des Kindes, für das Kindergeld bezogen wird, Anspruchsvoraussetzungen für das Kindergeld.

Ziel dieser Gesetzesänderung ist jedoch nicht, ahnungslosen ehrlichen Eltern das Kindergeld zu entziehen. Vielmehr soll hiermit Betrügern das Handwerk gelegt werden, die für ein und dasselbe Kind mehrfach Kindergeld beziehen. Dazu müssen alle Familienkassen in Zukunft über ein IdNr-Kontrollverfahren die ID-Nummern aller Kindergeldbezieher und der jeweiligen Kinder an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) übermitteln. Das BZSt kann so abgleichen, ob gegebenenfalls für ein Kind bei verschiedenen Familienkassen doppelt Kindergeld bezogen wird und solchen Fällen genauer nachgehen.

Hinter dem Verfahren steckt also grundsätzlich eine sehr sinnvolle Idee, die im Interesse aller ehrlichen Kindergeldbezieher sein sollte.

Vorgehen der Familienkassen

Nun stellt sich die Frage, wie die Erhebung der Nummern durch die Familienkassen durchgeführt wird.

  • Müssen Kindergeld beziehende Eltern selbständig tätig werden und falls ja, bis wann?
  • Und was passiert, wenn sie es nicht tun?

Hierzu hat die Bundesagentur für Arbeit nun in einer Pressemitteilung eine eindeutige Antwort gegeben:

Bei Neuanträgen müssen die Eltern die IdNr des beziehenden Elternteils und die des Kindes an die Familienkasse mitteilen.

Für bereits laufende Kindergeldzahlungen können die Familienkassen die Steueridentifikationsnummer fürs Kindergeld im Regelfall durch ein automatisches Abfrageverfahren feststellen. Damit sind 90 % der Nummern den Familienkassen bereits bekannt. Falls die Nummer der Familienkasse in der Vergangenheit noch nicht mitgeteilt wurde, so sollte man dies möglichst beim nächsten Kontakt mit der Familienkasse nachholen. Die Bundesagentur für Arbeit lies darüber hinaus bereits verlauten, dass Kindergeldbezieher, deren Nummern noch nicht vorhanden seien, im Laufe des Jahres 2016 angeschrieben würden. Nur wenn die Nummer bis Ende 2016 nicht vorliege, könne rückwirkend Kindergeld zurückgefordert werden.

Daher ist es nicht zwingend notwendig, die IdNr bereits jetzt der Familienkasse mitzuteilen, die Panikmache der sozialen Netzwerke ist absolut unbegründet. Andererseits ist eine selbständige Mitteilung der sicherste Weg, weshalb wir Euch empfehlen, die Identifikationsnummern in einem kurzen Schreiben im Laufe des Jahres 2016 Eurer zuständigen Familienkasse mitzuteilen.

Wie erfahre ich die Steueridentifikationsnummer fürs Kindergeld?

In der Regel erhält jede in Deutschland gemeldete oder steuerpflichtige Person vom Bundeszentralamt für Steuern automatisch eine IdNr zugewiesen und schriftlich mitgeteilt. Neugeborene bekommen eine solche Nummer ebenfalls unmittelbar nach der Anmeldung bei der Meldebehörde automatisch zugesandt. Daher solltet Ihr zunächst in Euren Unterlagen nachsehen, ob Eure Nummern dort abgelegt sind. Sollten sie das jedoch nicht sein, ist auch das kein Grund zur Panik:

Eure IdNr findet ihr beispielsweise auf Eurem Einkommensteuerbescheid oder auf Eurer Lohnsteuerbescheinigung. Da die Identifikationsnummer lebenslang gültig ist, können das ruhig auch bereits ältere Unterlagen sein. Bei der IdNr des Kindes gibt es solche Hilfsunterlagen meistens noch nicht. Solltet ihr also eine Nummer nicht herausfinden können, ist das auch kein Problem:

Erneute Anforderung der Steueridentifikationsnummer

Das Bundeszentralamt für Steuern bietet auf seiner Homepage ein Eingabeformular an, in das Ihr einfach Namen, Geburtsdatum, Geburtsort und Adresse der Person eintragt, für die Ihr die IdNr benötigt. Innerhalb von bis zu vier Wochen wird Euch dann die IdNr per Brief mitgeteilt. Eine direkte telefonische Auskunft über die IdNr gibt das Bundeszentralamt aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht. Wer jedoch kein Internet besitzt, kann eine erneute Zusendung des Briefes zumindest telefonisch über die Nummer 0228/406-1240 anfordern.

Ihr seht: Eine erneute Anforderung der IdNr ist sehr einfach und eine Sache von zwei Minuten. Die Bearbeitungsdauer von bis zu vier Wochen ist dabei für die Beantragung der Steueridentifikationsnummer fürs Kindergeld unproblematisch, da eine Einreichung im Laufe des Jahres 2016 unproblematisch ist.