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Veröffentlicht 15. Januar 2014 von NeueInfo in Familie & Gesellschaft
 
 

Welche Probleme haben Rollstuhlfahrer im Alltag?

Nicht-Rollstuhlfahrer stellen sich Rollstuhlfahrer im Alltag entweder gar nicht vor oder nur kurzsichtig. Die Alltagshürden sind aber tükisch und traurig zugleich.

Jeder weiß, dass die Rollstuhlfahrer es im Leben ganz schön schwer haben. Oft wird es Außenstehenden aber erst richtig bewusst, wie viele Hindernisse auf jedem Weg lauern, wenn sie selbst einmal testweise auf dem Rollstuhl saßen. Eine Rollstuhlrampe gibt es nicht immer, von Fahrstühlen und hilfsbereiten Mitmenschen mal ganz abgesehen.

Die Bemühungen des Staates machen es den Behinderten schon möglich, manche Dinge selbst zu erledigen, doch viele Wege bleiben weiterhin für sie versperrt. Aus diesem Grund ist unser verhasster Alltag für die Betroffenen ein unerreichbarer Traum.

Mit dem Rollstuhl in der Schule

Eltern wählen für den kleinen Rollstuhlfahrer natürlich immer eine für Rollstühle gut geeignete Schule. Das allein kann ihm aber leider den Schulalltag nicht ganz einfach machen. Jeder weiß, dass die Schule sogar ohne irgendeine Behinderung eine besonders harte Herausforderung ist. Die Kinder sind grausam und ein Rollstuhl schließt einen schon fast automatisch aus jedem Spiel aus. Es macht die Integration noch schwieriger und ist immer ein guter Grund zum Spotten.

Können Sie mir helfen?

Rollstuhlfahrer im Alltag

Rollstuhlfahrer im Alltag

Die Rollstuhlfahrer bitten nicht gern um Hilfe. In manchen Situationen ist es aber unvermeidbar. Im Bus, im Zug, sogar bei hohem Bordstein kann eine Hilfe unerlässlich sein. Für den Behinderten ist es aber extrem peinlich, andere Menschen darum zu bitten. Erstens, es ist für jeden Menschen mit einem Rollstuhl demütigend zu sehen, wie andere frei herumlaufen und sie nicht imstande sind, die Straße allein zu überqueren.

Weiter fühlen sich die meisten Gehbehinderten von den Anderen eher als Rollstuhlfahrer, statt als einen vollwertigen Menschen, die nur nicht aufstehen und gehen können. Dies ist auch der Grund, warum das ständige bemitleiden unakzeptabel ist und normale Beziehungen zwischen Menschen mit und Menschen ohne Rollstuhl schwierig sind.

Rollstuhl Urlaub

Bei der Wahl des Urlaubsortes sind die Behinderten besonders eingeschränkt. An einem Bergurlaub oder Skiurlaub kann kaum gedacht werden. Die zu nehmenden Hürden wären zu anstrengend. Nicht jeder Zug ist für Rollstühle geeignet. Besonders im Ausland oder in kleinen Städten können auch die Bahnhöfe den Gehbehinderten Schwierigkeiten bereiten. Die Lösung wäre hierbei ein geeignetes Fahrzeug mit Rampe. Diese Rollstuhlrampe könnte dann auch für andere Höhenhürden sinnvoll genutzt werden.

Mit dem Rollstuhl einkaufen

Sogar die modernen Einkaufszentren verfügen nicht immer über Aufzüge. Dieses kleine Detail für den gesunden Bürger kann das Ausschließen des einfachen Einkaufsbummels für den Rollstuhlbesitzers bedeuten. Ein weiteres Beispiel kann man mit einem Zwillingskinderwagen gleichsetzen. Supermärkte, öffentliche Einrichtungen und auch Arztpraxen sind nicht immer geräumig und großzügig geschnitten. Der Ausflug mit dem rollenden Untersatz wird zur Qual.

Hindernis für die Familie

Ein Rollstuhlfahrer hat oft den Eindruck, wegen seiner Behinderung eine Last für die Familie zu sein. Ein geträumter Familienurlaub auf die Alpen oder der Tauchurlaub auf Teneriffa wird leider ins Wasser fallen müssen. Immer muss man an die begrenzten Möglichkeiten des Familienmitgliedes gedacht und natürlich auch Rücksicht genommen werden. Dies ist für den Betroffenen oft viel schlimmer als für die Angehörigen. Deswegen ist es sehr wichtig, dass ihm die Familie zu spüren gibt, dass er keine Last für sie ist, und im Falle des Urlaubsbeispiels, andere Lösungen auch nichts ausmachen.

Insgesamt sollten wir alle Rücksicht auf Rollstuhlfahrern nehmen, sie jedoch nicht bemitleiden, sondern als vollwertiges Mitglied mit in den Alltag eingliedern. Gemeinsam ist man stark!