3
Veröffentlicht 29. September 2013 von NeueInfo in Gesetze
 
 

Achtung! Wieviel Promille darf man als Fahrradfahrer haben?

Alkoholisiert Fahrrad fahrenLaut Gesetz ist die Teilnahme am Straßenverkehr auch mit dem Fahrrad nur dann zulässig, wenn das Fahrrad ordnungsgemäß geführt werden kann und keine alkoholbedingten Einschränkungen bestehen. Denn eine Trunkenheitsfahrt kann auch mit dem Fahrrad vollzogen werden. Also, wieviel Promille darf man als Fahrradfahrer haben? Die absolute Fahruntüchtigkeitsgrenze liegt bei einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 1,6 Promille (Grundwert 1,5 und Sicherheitszuschlag 0,1 Promille).

Erwähnenswert ist hierbei, dass 1,6 Promille ein sehr hoher Blutalkoholwert ist, der bei moderatem Alkoholkonsum kaum erreicht wird und mit dem starke physische und psychische Beeinträchtigungen einhergehen können. Für die meisten Gelegenheitstrinker wird Fahrrad fahren hier, aufgrund der beeinträchtigten Motorik und Sinnesleistungen, nicht mehr ohne Weiteres möglich sein.

Unterhalb der 1,6 Promillegrenze und dennoch strafbar?

Wer die absolute Fahruntüchtigkeitsgrenze nicht überschreitet aber durch alkoholbedingte Fahrfehler oder durch einen verkehrsgefährdenden Fahrstil auffällt macht sich strafbar und hat mit einer Geldstrafe zu rechnen. Kommt es zu einer Unfallbeteiligung, wird die Versicherung in jedem Fall eine Teilschuld des alkoholisierten Fahrers konstatieren und infolge dessen nicht die gesamten Unfallkosten übernehmen. Wer mit 1,6 Promille oder mehr von einer Verkehrskontrolle angehalten wird, muss sich ernsthaft Sorgen um seinen Führerschein machen. Es wird eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU), den meisten bekannt als Idiotentest verlangt. Wird dieser Test nicht bestanden oder rechtzeitig nachgewiesen, kommt es zum Entzug der Fahrerlaubnis.

Konsequenzen für Minderjährige

Minderjährige, die noch keinen Führerschein besitzen, haben ebenfalls mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Bei einer alkoholisierten Fahrt unter 1,6 Promille wird das hier zuständige Jugendgericht, Sozialstunde anordnen. Bei Wiederholung des Vergehens kommt es zur Meldung bei der Führerscheinstelle, die diese Auffälligkeiten dokumentiert und mehrere Jahre lang speichert. Wird später versucht eine Fahrerlaubnis zu erhalten, kann die Führerscheinstelle ein ärztliches Gutachten verlangen, dass die charakterliche Eignung zum Führen von Fahrzeugen bestätigt. Fällt das Gutachten schlecht aus oder wurden bei der Trunkenheitsfahrt mehr als 1,6 Promille festgestellt, wird eine Medizinisch-psychologisches Untersuchung angeordnet, ohne deren bestehen kein Führerschein vergeben wird.

Die nächste Party kommt gewiss!


Schon bei einer geringen Menge Alkohol ist es nicht nur sicherer das Auto, sondern auch das Fahrrad stehen zu lassen, um weder eine Verkehrsgefährdung darzustellen, noch seinen Führerschein zu riskieren. Denkt immer dran, es ist nicht nur das eigene Leben was man  gefährdet, sondern auch das der Anderen. Nutzt am besten so ein Car2Go für den Hinwege und für den Rückweg ruft einfach ein Taxi, lasst euch von nüchternen Freunden nach Hause fahren oder versucht es mal ohne Alkohol (das hast du dir doch sowieso beim letzten “Absturz” selbst versprochen!). Es stellt sich also nicht die Frage: “Wieviel Promille darf man als Fahrradfahrer haben?”, sondern, “muss ich überhaupt alkoholisiert Fahrert fahren?!”