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Veröffentlicht 10. September 2014 von NeueInfo in Wohnen
 
 

Womit heizt man am günstigsten?


Jede Antwort, die man auf die Frage „Womit heizt man am günstigsten?“ lesen kann, unterliegt der zeitlichen Entwicklung.

Als mein Vater früher sein Haus mit einer Heizöl-Heizung kaufte, lag der Preis für einen Liter Heizöl unter 30 Pfennige. Damals überlegte man also nicht lange beim Thema Heizöl.

Heute ist Heizöl zum echten Kostenfaktor geworden, denn mit Anlieferung und Mehrwertsteuer kostet der Liter ungefähr einen Euro.

Eine Familie mit einem oder zwei Kindern hat also für Heizung und Warmwasser einen jährlichen Heizölverbrauch von knapp 3000 Liter.

Womit heizt man am günstigsten?

Womit heizt man am günstigsten?

Wer heute wirklich einigermaßen günstig heizen möchte, kommt nicht darum herum, sich mit Holz zu beschäftigen. Gemeint sind hier aber nicht die mundgerecht geschnittenen, trocken abgelagerten Holzscheite für den geschmackvollen Kamin der Hamburger Villa, denn diese können den Heizölpreis noch gut toppen. Nein, die Beschäftigung mit günstigem Holz bedeutet Arbeit und Dreck. Wer dabei nicht angewidert zusammen zuckt, kann richtig viel Geld sparen.

Brennendes Holz

Brennendes Holz

Lokale Forstämter

Der erste Schritt ist die Kontaktaufnahme zu einem Waldbesitzer, was beispielsweise über die lokalen Forstämter möglich ist. Der Wald ist nicht nur voller Unterholz und abgestorbener Bäume, der Waldbesitzer ist froh darüber, wenn der Wald im unteren Stockwerk deutlich ausgelichtet wird, daher wirkt es sich gut aus auf die Forstwirtschaft aus, wenn der Wildwuchs im unteren Bereich abgebaut wird. Dies kommt den größeren Bäumen, die für die Holzwirtschaft vorgesehen sind, zugute.

Der Waldbesitzer bzw. der Förster wird also all die kleinen Bäumchen gern markieren, die aus dem Wald entfernt werden können nebst dem gesamten abgestorbenen Holz über dem Waldboden. In den meisten Fällen stellt der Waldbesitzer sogar bereitwillig und kostenlos den Abtransport des Holzes mit Hilfe eines Traktors mit Anhänger zur Verfügung, weil es sich hier um eine echte Win-Win-Situation handelt.

Wer also tatsächlich sehr günstig heizen möchte, muss sich richtig bewegen und schwere Arbeit leisten. Die kleinen markierten Bäumchen mit Kettensäge (Benzin) fällen und in handhabbare Teile zersägen, ggf. auch gefallenene Bäume mit einbeziehen, das ganze Material aufladen und zu seinem Haus transportieren, wo der entsprechende Platz für die langfristige, trockene Lagerung des Holzes vorhanden sein muss.

Ja, der Aufwand dafür ist wirklich groß, in der Summe fast eine Woche intensive Arbeitszeit. Auf der anderen Seite spart man sich 3000 Liter Heizöl, also ungefähr 3000 Euro. In Stundenlohn mag sich das jeder mal selbst umrechnen.

Die moderne Technik steht im Wege

Die alten Anlagen zur Verbrennung von Heizöl boten die Möglichkeit, den Brenner weg zu klappen, um den Brennraum ggf. auch mit Kohle oder Holz zu befüllen. Die modernen, computergesteuerten Brennwertanlagen lassen eine solche Flexibilität grundsätzlich nicht mehr zu. Schon deshalb nicht, weil der gesamte Schornstein dafür baulich mit einer Kunststoffröhre ausgerüstet verändert wurde.

Wer also bereits moderne Brennwerttechnik installiert hat, so wie das Gesetz es ja auch vorschreibt, der hat seine Chance auf günstiges Heizen völlig verspielt und muss auf Alternativen zurück greifen.