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Veröffentlicht 10. Juli 2015 von NeueInfo in Wohnen
 
 

Erdkabel für Solaranlagen: Kupfer oder Alu?

Was ist besser als Erdkabel für Solaranlagen, Kupfer oder Alu? Wir geben Euch eine Kaufempfehlung!

Manchmal muss der von einer Solaranlage erzeugte Strom unterirdisch über sogenannte “Erdkabel” zu einer Trafostation oder einem anderen Gebäude transportiert werden. Beim Kauf müsst Ihr euch zwischen Kupfer- und Aluminium-Erdkabel entscheiden, doch die Wahl ist hier nicht immer ganz so einfach.

Das gute alte Kupferkabel

Aluminium-Erdkabel: Kupfer oder Alu

Aluminium-Erdkabel: Kupfer oder Alu

Kupfer ist nach wie vor das Standardmaterial wenn es um Stromleiter geht. Sieht man sich seinen spezifischen Widerstand an, merkt man auch gleich warum: Er ist etwa ein Drittel niedriger als der von Aluminium. Bei gleichem Querschnitt ist das Kupferkabel also deutlich effizienter. Durch den vergleichsweise niedrigen spezifischen Widerstand lassen sich dünnere Kabel verwenden, der Querschnitt liegt hier häufig bei etwa 120 mm². Wandlerschränke besitzen meist nur Standardklemmen bis 150 mm², hier kommt man um Kupfer als Material also nicht herum. Leider ist Kupfer als Material entsprechend teuer – man kam also nicht umsonst auf die Idee, Aluminium in Erwägung zu ziehen.

Kupfer-Erdkabel werden in zwei Untertypen unterteilt: NYY-O und NYY-J. Der Typ NYY-J ist im Gegensatz zu NYY-O bereits mit einem gelb-grünen Schutzleiter ausgestattet.

Aluminium – die Alternative?

Aluminium-Erdkabel: Kupfer oder Alu

Aluminium-Erdkabel: Kupfer oder Alu

Wie Ihr jetzt schon wisst hat Aluminium einen deutlich höheren spezifischen Widerstand, das sollte es für den Einsatz in Erdkabeln doch eigentlich auch uninteressant machen oder? Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Um die per se schlechteren Eigenschaften als Leiter zu kompensieren verwendet man einfach Kabel mit einem höheren Querschnitt, es kommen Querschnitte um 200 mm² zum Einsatz. Das wird allerdings genau dann zum Problem, wenn – wie oben bereits genannt -, Anschlüsse keine derart dicken Kabel aufnehmen können. Grundsätzlich haben sich die Anschlusssysteme in den letzten Jahren so stark weiter entwickelt, dass kaum mehr ein Nachteil zu Kupfer-Erdkabeln besteht. Da Kupfer allerdings immer noch das Standardmaterial ist, benötigt man meistens spezielle Klemmen, um von Kupfer auf Aluminium wechseln zu können.

Aluminium-Erdkabel werden in drei Untertypen unterteilt: NAYY-O, NAYY-J und NAYCWY. NAYY-O und NAYY-J unterscheiden sich wie bei den Kupferkabeln darin, ob ein Schutzleiter vorhanden ist oder nicht. NAYCWY ist ein besonders robuster Kabeltyp, der bevorzugt eingesetzt wird, wenn mit hoher mechanischer Beanspruchung zu rechnen ist.

Was ist denn nun besser?
Auf welches Material solltet Ihr denn jetzt setzen? Kupfer ist schlichtweg das theoretisch bessere, aber auch teurere Material. Aluminium ist entsprechend günstiger, bringt aber häufig Zusatzkosten für spezielle Klemmen und Übergabepunkte (Hänselkasten) mit sich. Im Endeffekt müsst Ihr die Gesamtkosten vergleichen: Ab einer gewissen benötigten Länge an Kabel wird das Aluminium-Erdkabel immer günstiger sein als das Kupfer-Pendant, auch wenn der Kupferpreis momentan eher niedrig ist. Auch wenn sich hier keine pauschale Aussage treffen lässt, geht der Trend inzwischen zum Aluminium.

Benötigt Ihr weitergehende Informationen über Erdkabel, deren Energietechnik, Verlegung und Geschichte? Dann solltet Ihr Euch den Beitrag Erdkabel bei Wikipedia anschauen. Falls Ihr weitere Fragen zu “Kupfer oder Alu” habt, so nutzt doch einfach das Kommentarfeld weiter unten! Ansonsten kommt die Frage nach dem Material Alu bzw Aluminium auch bei sichere Leiter und bei Terassenüberdachung auf.