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Veröffentlicht 18. September 2018 von NeueInfo in Wohnen
 
 

Neubau: Klinker oder Putz – was ist aus heutiger Sicht besser?

Der Neubau eines Hauses stellt Bauherren und -frauen vor eine Vielzahl von Entscheidungen. Nicht nur der Grundriss muss festgelegt werden, auch über die Fassade muss man sich vor dem Bau eines Hauses Gedanken machen. Für die Entscheidungsfindung der Fassadenwahl möchten wir dir Informationen geben.

Klinker oder Putz oder doch beides?

Klinker oder Putz – was ist aus heutiger Sicht besser?

Am häufigsten wirst du Fassaden aus Putz oder mit Klinkersteinen vorfinden. Vor allem im Norden von Deutschland sind die Klinkerfassaden sehr beliebt. Viele Baufamilien wählen für ihren Neubau den schlichten und geradlinigen Bauhausstil, der sich sowohl für eine Gestaltung mit Putz als auch mit Klinkersteinen eignet. Die Vor- und Nachteile dieser Fassadengestaltungsmöglichkeiten werden nahfolgend erläutert. 

Fassade aus Klinker

Vorteile

Die Klinkersteine überzeugen durch ihre Witterungsbeständigkeit und ihre Langlebigkeit. Da die Steine bei sehr heißen Temperaturen in einem Tunnelofen gebrannt werden, halten sie sämtliche Witterungen aus. Die Fassade muss eigentlich nie gestrichen (frühestens nach 50 Jahren), nicht ausgebessert und auch nicht gewartet werden. Klinkersteine können einen Zeitraum von über 100 Jahren problemlos überstehen. Weiterhin erzielst du mit dieser Fassade eine gute Dampfdiffusionsdichte und auch eine spätere Nachrüstung einer Dämmung ist möglich.

Nachteile

Entscheidest du dich für eine Klinkerfassade, werden deutlich höhere Kosten auf dich zukommen, als mit einer Putzfassade. Pro Quadratmeter musst du mit 120 – 150 Euro rechnen. Fällt die Wahl auf sehr aufwändig hergestellte oder hochwertige Steine, sind die Kosten nochmal deutlich höher. Weiterhin musst du immer darauf achten, dass die weniger hochwertigen Steine keine porösen Stellen aufweisen. Da sich bei Niederschlägen ein nasser Film auf den Klinkersteinen bildet, kann die Feuchtigkeit sonst durch die Fugen ins Innere des Hauses gelangen. Über einen längeren Zeitraum können dadurch massive Schäden in den Mauern entstehen. Du solltest bei der Wahl der Steine deshalb gut auf die Zusammensetzung und den Herstellungsprozess achten.

Fassade aus Putz

Vorteile

Der größte Vorteil einer Putzfassade liegt in den deutlich geringeren Kosten. Pro Quadratmeter schlägt die Fassade aus Putz Kosten in Höhe von nur 30 – 60 Euro zu buche. Weiterhin kannst du eine Putzfassade vielseitiger gestalten – interessant für Individualisten, die auf besondere Farbakzente und/oder Muster setzen wollen. Der Oberputz kann unterschiedlich strukturiert werden und auch bei der Farbwahl bieten sich deutlich mehr Möglichkeiten, denn die Farbe wird einfach in den weißen Fassadenmaterial eingearbeit.

  • Fassadenbänder,
  • Erker oder
  • abgesetzte Fensterfaschen können unterschiedlich gestaltet werden.

Klinkersteine führen dazu, dass die Wanddicke stärker ist und das Haus dadurch eine kleinere Grundfläche besitzt. Bei einer Putzfassade ist dies nicht der Fall, was sich vorteilhaft für die weiteren anfallenden Kosten auswirkt, wie zum Beispiel beim Dach oder bei der Höhe des Materialverbrauchs. Die Wärmedämmung bei einer Putzfassade ist ebenfalls kostengünstiger.

Wer sich nach der Verputzung des Hauses doch noch für Klinker entscheidet, kann dies tun. Alternativ kann man auch mit Klinkerriemchen vorliebnehmen. Diese werden einfach per Mörtel auf die Hauswand aufgebracht und sehen von außen wie ein richtiges Klinkerhaus aus – nur günstiger, dafür auch weniger gut gedämmt.

Nachteile

Eine Putzfassade erfordert eine regelmäßige Pflege (1-2 mal im Jahr abspritzen) und auch Erneuerung (alle 20 Jahre ein Neuanstrich). Sie ist auch nicht so witterungsbeständig, wie Klinkersteine, wenn auch die Ausbesserung problemlos durchgeführt werden kann.

Weiterhin ist der Schutz der Bausubstanz durch den Putz nicht so hoch, wie bei einer Klinkerfassade. Durch das regelmäßige Nachstreichen und Erneuern des Putzes werden immer wieder Kosten auf dich zukommen. Zudem gestalten sich Befestigungen am Haus wie Briefkasten, Markise oder Lampen etwas schwieriger, denn dies muss über spezielle Dämmdübel passieren – die Dämmung könnte sonst beschädigt werden.

Fazit

Letztendlich entscheidet Geschmack und Budget über die Wahl: Klinker oder Putz – es ist natürlich auch beides in einem vereint möglich. Letztendlich dämmen beide Varianten gut. Wer das Geld hat und weniger Arbeit haben möchte, der sollte sich zum Klinker hingezogen fühlen. Geld sparen und trotzdem schick aussehen und gut gedämmt ist man mit der Putzfassade.