Einwirkzeit von Handdesinfektionsmitteln: Das gibt es zu beachten

Einwirkzeit von Desinfektionsmittel: Sechs Schritte in 30 Sekunden

Die regelmäßige Desinfektion der Hände ist nicht allein im medizinischen oder Pflegebereich entscheidend, um eine Ansteckung mit Krankheitserregern zu vermeiden. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie spielt die gründliche Händedesinfektion inzwischen in allen Bereichen des täglichen Lebens eine zentrale Rolle. Sie ist eine der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen Covid-19 und das vor allem in Büros und öffentlichen Gebäuden, wo viele Menschen aufeinandertreffen. Für die Wirksamkeit der Händedesinfektion ist neben der Menge und Einreibetechnik insbesondere die Einwirkzeit ausschlaggebend. Das Unternehmen Blanc Hygienic, das auf Hygiene spezialisiert ist, gibt Tipps zur richtigen Desinfektion der Hände.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Handdesinfektionsmitteln

Wir sind täglich von Mikroorganismen, wie Bakterien, Viren oder Pilzen umgeben. Eine Vielzahl von ihnen ist zwar harmlos oder gar nützlich, aber ein kleiner Teil kann für den Menschen schädlich sein und Krankheiten verursachen. Das gilt umso mehr in der Erkältungssaison oder wie aktuell im Zuge der Corona-Pandemie. Eine effektive Möglichkeit, um Infektionen und Kreuzkontaminationen vorzubeugen, ist die hygienische Händedesinfektion. Sie ist deutlich wirksamer bei der Eindämmung von krankmachenden Keimen als das reine Waschen der Hände und erfolgt mit alkoholischen Desinfektionsmitteln. Gerade bei der Verwendung auf den Händen und allgemein auf der Haut ist eine gute Verträglichkeit der Inhaltsstoffe oberstes Gebot. Aus diesem Grund enthalten Händedesinfektionsmittel nicht nur Inhaltsstoffe, die gegen Mikroorganismen wirken, sondern ebenfalls nachfettende und pflegende Stoffe. Sie sorgen dafür, dass die Hautoberfläche nicht austrocknet und die Haut rissig wird.

In den Desinfektionsmitteln finden sich in der Regel Alkohole gegen Bakterien und Pilze, Sporizide gegen Sporen, Feuchthaltemittel, keimtötende Ammoniumverbindungen (z.B. Mecetroniumetilsulfat) sowie Polyguanide (z.B. Chlorhexidin), Aldehyde (z.B. Glutaraldehyd), Halogene (z.B. Chlor) und Bipyridine (z.B. Octenidin) gegen Bakterien, Pilze und Viren. Abhängig von den Händedesinfektionsmitteln können die Inhaltsstoffe in unterschiedlichen Zusammensetzungen vorkommen.

Moderne Spendersysteme für Handdesinfektionsmittel

Die Entnahme erfolgt in der Regel im privaten Bereich über Sprühflaschen, in öffentlichen Gebäuden dagegen mittels bereitgestellten Desinfektionsspendern. Entscheidend ist, dass die Desinfektionsmittel jederzeit gut erreichbar zur Verfügung stehen. Moderne Spendersysteme sind inzwischen in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, sei es in Form von Desinfektionssäulen, an der Wand montierten Desinfektionsspendern oder Tischaufstellern. Bei den Bedienarten ist zwischen Spendern mit Armhebel und sensorgesteuerten Hygienespendern zu differenzieren. Letztere haben den Vorteil, dass sie vollständig kontaktlos funktionieren. 

Hygienische Händedesinfektion Schritt für Schritt: Einwirkzeit einhalten

Keimtötende und antimikrobielle Desinfektionsmittel sowie praktische Spendersysteme sind nur der erste Schritt zu einer wirksamen Händedesinfektion. Das sichere und effektive Desinfizieren der Hände ist erst mit der richtigen Anwendung des keimtötenden Mittels gewährleistet. Die hygienische Händedesinfektion erfolgt gemäß DIN-Norm EN 1500 in sechs Schritten, wobei drei Einflussgrößen eine Schlüsselrolle spielen: die verwendete Menge des Desinfektionsmittels, die Einwirkzeit und die Einreibemethode. Wird nun eins davon während der Händedesinfektion verändert, kann das bereits zu einer unzureichenden Wirksamkeit führen. Die vom Hersteller angegebenen Einwirkzeit des Mittels beträgt üblicherweise 30 Sekunden und ist unbedingt einzuhalten. Entscheidend ist, dass die Hände vollständig mit dem Desinfektionsmittel benetzt und alle Flächen der Hände beim Einreiben erfasst werden.

Sechs Schritte zur richtigen Einwirkzeit von Desinfektionsmittel:

  • Hierzu wird das Mittel zunächst in die hohle, trockene Hand gegeben und zusammen mit der anderen Handfläche gegeneinander gerieben (Schritt 1).
  • Anschließend wird mit jeder Hand über den Handrücken der anderen Hand gerieben (Schritt 2)
  • und mit den aufeinanderliegenden Handflächen werden die Fingerzwischenräume gründlich desinfiziert (Schritt 3).
  • Das Einreiben der Fingeraußenseiten erfolgt mit dem sogenannten Hakengriff der Hände (Schritt 4).
  • Zum Schluss werden die Daumen mit (Schritt 5) und die Fingerkuppen in der Handfläche der jeweils anderen Hand eingerieben (Schritt 6).
Schritt 4: Hakengriff der Hände

Jeder Schritt dauert etwa fünf Sekunden und die Durchführung aller sechs Schritte entspricht der geforderten Einwirkzeit von 30 Sekunden. Zu beachten ist, dass die Hände während des gesamten Vorgangs feucht sind, andernfalls ist Desinfektionsmittel nachzugeben. Wichtig ist ebenfalls, dass das Mittel nicht verdünnt wird, indem davor oder danach die Hände gewaschen werden. Auch das schränkt die Wirksamkeit der Händedesinfektion ein.

Mit der richtigen Einreibemethode das Infektionsrisiko senken

Die hygienische Desinfektion der Hände ist in Corona-Zeiten nicht mehr nur allein in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen entscheidend. Das Aufstellen von Spendersystemen an strategisch sinnvollen Punkten im öffentlichen Raum sorgt dafür, dass sich die Ansteckungsgefahr reduziert. Entscheidend für die wirksame Händedesinfektion ist jedoch nicht nur die Bereitstellung von Spendern oder die Zusammensetzung des Desinfektionsmittels, sondern auch das Beachten und Einhalten der Desinfektionsregeln. Die Einwirkzeit spielt eine Schlüsselrolle und ist dann gewährleistet, wenn die Hände gemäß EN 1500 Schritt für Schritt eingerieben werden. Eine Nicht-Beachtung der Einwirkzeit kann dagegen die Wirksamkeit der Desinfektion der Hände beeinträchtigen und einer Verbreitung von Krankheitserregern Vorschub leisten.

Über den Autor

Maximilian Schwack ist Hygieneexperte und Mitarbeiter der Blanc Hygienic Solutions GmbH in Neckarbischofsheim. Das Unternehmen ist Spezialist für Wasch- und Arbeitsraumhygiene und vereint über 30-jähriges Produktentwicklerwissen, Markterfahrung und Branchen Know-how zu einer Einheit. Ein im Detail aufeinander abgestimmtes Produkt-Portfolio sowie ein breitgefächertes Papier-, Füll- und Zusatzsortiment bietet eine bedarfsgerechte Auswahl an bewährten Qualitätsprodukten und sorgt für ein flächendeckendes Angebot aus einer Hand.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.